65 Jahre nach den ersten Ostermärschen und 80 Jahre nach dem Ende des
Zweiten Weltkrieges müssen wir die traurige Bilanz ziehen, dass die Anzahl der
Kriege und gewaltsamen Konflikte auf einem Höchststand ist. Die globale Lage
und die zunehmende Kriegsgefahr auch hierzulande fordern eine entschlossene
Verantwortung für den Frieden.
Gegen Ohnmacht und Angst gilt es, sich der eigenen Handlungsmöglichkeiten
bewusst zu werden: Wir sind Teil einer friedensstiftenden Gesellschaft. 'Ja, Frieden
beginnt in mit, ist doch klar, auch Frieden zwischen Dir und mit', heißt es treffend
in einem Kinderlied. Die große gegenwärtige Hauptaufgabe besteht darin, Krieg
und damit verbundene Unterdrückung und Gewalt als Institution und Instrument
der Politik abzuschaffen. Das gelingt nur, wenn wir an erster Stelle mit uns selbst
und unserem Umfeld im Frieden sind. 'Wer mit sich selbst in Frieden lebt, kommt
nicht in Versuchung, anderen den Krieg zu erklären', bringt es der österreichische
Schriftsteller Ernst Ferstl auf den Punkt.
Lassen wir uns heut von der Osterbotschaft anstiften, Frieden in unseren Herzen
zu suchen und gemeinschaftlich loszugehen, um Räume zu öffnen und miteinan-
der ins Gespräch und den Dialog zu kommen, um Wege des solidarischen Mitein-
anders für eine gerechte und friedvolle Welt zu schaffen.
(Aus dem Misereor Fastenkalender)