Fastenzeit 2026

Stellen Sie sich vor, Ihr Körper hätte eine Reset-Taste
- Fasten drückt genau diese.

Schon unsere Vorfahren kannten Zeiten des Überflusses und des Mangels. Wurde reichlich Beute gemacht, wurde gefeiert und geschlemmt - doch blieb die Jagd erfolglos, blieb der Magen manchmal tagelang leer. Der menschliche Stoffwechsel ist genau auf diesen Wechsel eingestellt und hat gelernt, aus Pausen neue Kraft zu ziehen.

Vielleicht ist auch das der Grund, warum Fasten nicht nur ein biologisches Erbe ist, sondern in vielen Kulturen zu einer bewussten Praxis wurde. Was in der Urzeit eine Überlebensstrategie war, fand später Eingang in Religionen und Traditionen: als Ritual, um Körper und Geist zu reinigen, sich zu besinnen und mehr als Verzicht - es ist ein Pause vom Gewohnten, die Platz für Neues schafft.

Und genau hier schließt sich der Kreis zur Gegenwart. Während das Fasten einst über das Überleben entschied und später spirituelle Tiefe gewann, rückt es heute zunehmend in den Fokus der Gesundheit. Immer mehr Menschen entdecken es als Möglichkeit, Körper und Geist zu entlasten, neue Energie zu gewinnen und Klarheit zu finden. Wissenschaftlich betrachtet aktiviert Fasten dabei einen faszinierenden Mechanismus: die Autophagie. Man könnte sagen, die körpereigene Müllabfuhr fährt los. Überflüssiges und Belastendes wird aufgeräumt - Ablagerungen in Gelenken, Arterien oder im Gewebe und Fettreserven werden abgebaut.

Si unterschiedlich die Gründe auch sein mögen, ob Überleben, spirituelle Suche oder Gesundheitsbewusstsein: Fasten wirkt immer wie ein Neustart. Und genau das macht es so wertvoll: Es ist nicht nur eine Reinigung des Körpers, sondern auch eine Erkundung meiner Bedürfnisse. Ich spüre genauer hin: Was brauche ich wirklich? Welche Gewohnheiten tun mir gut und auf welche kann ich verzichten?

Vielleicht ist Fasten auch für Sie ein Impuls, sich selbst neu zu begegnen - und dabei auch die Welt um Sie herum neu wahrzunehmen.

(Aus dem Miseroer Fastenkalender)

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